Parlamentssanierung: Startschuss für 400 Quadratmeter Terrassenlandschaft

Foto- und Informationstermin Parlamentsbaustelle 13. Mai 2019

Baustelle im Plan

Die im vergangenen Jahr gestartete Generalsanierung des Parlaments in Wien läuft plangemäß. Bis Sommer 2021 wird das historische Gebäude am Ring umgebaut und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Derzeit sind ca. 90 Prozent der Vergabeverfahren abgewickelt. Insgesamt sind ca. 75 Prozent der Aufträge bereits vergeben. Die Generalsanierung ist mit einer Kostenobergrenze von 352,2 Millionen gedeckelt.

Status quo

Derzeit herrscht über- und unterhalb der Säulenhalle rege Aktivität. Im Zuge der Öffnung des Hauses für die Bevölkerung entsteht im Dachbereich ein neues Besucherrestaurant. Für die gastronomischen Flächen samt rund 400 Quadratmetern Terrassenlandschaft mit Panoramablick muss zur Verstärkung eine Zwischendecke aus Stahlträgern eingezogen werden, da die vorhandene Konstruktion dem zu erwartenden Gewicht nicht standhalten würde. Zeitgleich wird unterhalb der Säulenhalle das neue Besucherzentrum, die Agora, errichtet. Auch hier ist die statische Optimierung durch Einbau massiver Stahlträger erforderlich. Doch nicht nur im Haupttrakt wird fleißig gearbeitet: Ebenso im von der Ringstraße aus gesehen linken Gebäudeteil – im Bereich des Nationalratssaals – schreiten die Rohbauarbeiten voran. Parallel dazu finden die nächsten Schritte zur Errichtung der neuen Hauptstiegen statt, die zukünftig als zentrale Verbindungsstellen Wege für Besucher und Mitarbeiter verkürzen. Zudem haben abschnittsweise die ersten Arbeiten zur Sanierung der Dachlandschaft begonnen.

Nächste Schritte

  • Restaurierung der historischen wertvollen Flächen, Fenster, Türen und Wandmalereien
  • Sanierung der Dachhaut im gesamten Gebäude
  • Rohmontage Elektroinstallation, Heizung, Kälte, Lüftung, Sanitär
  • Einbringen der Großkomponenten der technischen Gebäudeausstattung
  • Errichtung der vier neuen Hauptstiegenhäuser und Abbruch ehemalige Publikumsstiegen
  • Errichtung Stahlträgerkonstruktion für die Decke des neuen Besucherzentrums
  • Errichtung Stahlträgerkonstruktion für den Boden des Besucherrestaurants
  • Wiederaufbau Nationalratssitzungssaal und Stahlbetonarbeiten

Derzeit sind 240 Menschen auf der Baustelle beschäftigt. In Spitzenzeiten werden es über 550 sein.

Patina statt Hochglanz

Parallel zu den Bauarbeiten steht auch der Mai ganz im Motto des Denkmalschutzes. Die Restaurierungsarbeiten der denkmalgeschützten, historisch wertvollen Oberflächen werden gut eineinhalb Jahre dauern. Grundgedanke bei den denkmalpflegerischen Maßnahmen ist die Reinigung und Konservierung. Die historisch wertvollen Oberflächen werden behandelt und die erhalten gebliebene, historische Möblierung wird restauriert. So soll die Patina erhalten bleiben, das Gebäude aber in neuem Glanz erstrahlen. Im Zuge der Sanierung werden besonders die aus zwei Zeitachsen stammenden Oberflächen behandelt: Entstehungszeit unter Theophil Hansen (1874-1883) und Wiederaufbau von rund 80 Prozent der innenräumlichen Substanz durch Fellerer & Wörle 1945 – 1956. Denn zu Kriegsende waren immerhin etwa 80 Prozent des Gebäudes in unterschiedlichen Schweregraden zerstört.

Darüber hinaus werden bereits seit letztem Sommer rund 740 Fenster und rund 600 Türen vor Ort restauriert sowie thermisch und sicherheitstechnisch adaptiert. 500 Luster wurden demontiert, gereinigt und werden nach der Sanierung wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren. Alle Restaurierungsarbeiten werden fast ausschließlich von heimischen Klein- und Mittelbetrieben erbracht.

Zahlen und Fakten Parlamentsgebäude

  • Größe (einschließlich Rampe): Länge 151,68 Meter/Breite 132,72 Meter
  • Grundstücksfläche: 20.142 Quadratmeter
  • 1.600 Räume
  • Größter Raum: Säulenhalle (24×41 Meter, Gesamtfläche fast 1.000 Quadratmeter

Flächengewinn durch Projekt:

  • 10.000m² Steigerung Nutzfläche
  • 3.000m² Steigerung Fläche für Büroarbeitsplätze

Zahlen und Fakten zur Sanierung

  • 55.000 m2 Netto-Geschoßflächen werden saniert
  • 40.000 m2 Böden werden abgebrochen und inkl. Elektroninstallationen neu verlegt
  • 740 Fenster werden thermisch saniert
  • 600 Türen werden saniert, ca. 200 den Brandschutzanforderungen gerecht adaptiert
  • 500 Luster / Leuchten wurden demontiert, gereinigt und wieder montiert  

Chronologie

 2014

  • Juli 2014: Einstimmige Entscheidung im Nationalrat für Sanierungsprojekt
  • August 2014: Bietergemeinschaft Jabornegg & Pálffy_AXIS erhält Zuschlag für Planung

2015-2017

  • Planung
  • Einrichtung Ausweichquartier. Erste Sitzung des Nationalrates im Plenarsaal der Hofburg am 16. August 2017

2018

  • Erstes Jahr auf der Baustelle
  • – Bauvorbereitende Maßnahmen (Abtransport der Attikafiguren, Räumung des Gebäudes, etc.)
  • – Erste Baumaßnahmen (Einrichtung der Baustelle, Beginn der Demontagen)
  • – Juni: Demontage Wappenadler
  • Sommer 2018: Öffnung des Daches
  • Abbrucharbeiten im ganzen Gebäude

2019-05-13

 

Rückfragenhinweis:
Mag. Ernst Eichinger, MBA, MRICS
BIG Pressesprecher
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