Parlamentssanierung: Buchpräsentation „Demokratie braucht Raum“ am 19. März 2019

Das Buch zum Projekt: „Demokratie braucht Raum“

„Demokratie braucht Raum“ lautet der Titel eines Buches, das die wesentlichen Grundlagen der laufenden Generalsanierung des österreichischen Parlamentsgebäudes anschaulich vermittelt und exemplarischen Einblick in das aktuelle Geschehen auf der Baustelle gibt. Es wird ein weiter Bogen gespannt: von der architektonischen Bedeutung dieses Meisterwerks der Ringstraßenära über die bisherigen baulichen Eingriffe an der Substanz bis hin zum aktuellen Bauprojekt, der ersten Generalsanierung in der rund 135-jährigen Geschichte des Hauses.

Für das österreichische Parlament als demokratische Institution markierte das Jahr 2018 einen sehr konkreten Aufbruch. Es erfolgte der Start einer großen und sehr komplexen Baustelle, der bauliche Auftakt zur Generalsanierung des denkmalgeschützten Parlamentsgebäudes, das erstmals in seiner Geschichte in seiner strukturellen Gesamtheit den neuesten technischen und funktionalen Erfordernissen angepasst wird.

In 135 Jahren ununterbrochener Nutzung ist die großartige Raumschöpfung Theophil Hansens an seine Belastungsgrenze gelangt; das Gebäude wird jetzt im Zuge einer nachhaltigen Sanierung nicht nur umfänglich ertüchtigt, sondern wird künftig auch funktional und räumlich heutigen Ansprüchen an ein leistungsfähiges Arbeitsparlament gewachsen sein.Strukturelle Änderungen im Rahmen der parlamentarischen Arbeit, aber auch der Wunsch nach mehr Öffnung und Öffentlichkeit stellen völlig neue Anforderungen an das nach dem Zweiten Weltkrieg stark beschädigte und weitgehend wiederaufgebaute Gebäude, das bei aller Großzügigkeit und Symbolkraft in vielen baurechtlichen, technischen und funktionalen Belangen den heutigen Standards nicht mehr gerecht wurde.

Etappen bis zum Baubeginn

Die vorliegende Dokumentation erläutert die wesentlichen Etappen des Projekts Sanierung Parlament bis zum Jahr 2018, die umfassenden Planungsvorgaben der Auftraggeberin und schließlich den aus einem europaweiten zweistufigen Verhandlungsverfahren mit wettbewerbsähnlichem Charakter hervorgegangenen und freigegebenen Entwurf des Generalplaners. Zudem wird ein exemplarischer Einblick in die vorbereitenden Maßnahmen bzw. in die Anfänge der baulichen Maßnahmen gegeben. Dieser Blick in das Geschehen hinter dem Bauzaun lässt die Komplexität dieses umfassenden Bauprojekts erahnen und ist als Einladung zu verstehen, sich auch weiterhin für das Parlament – als gebaute, aber auch als entwicklungsoffene gesellschaftspolitische Realität – zu interessieren.

Die Publikation veranschaulicht, dass Bauwerke und Baudenkmale keine starren Hüllen, sondern „Zeitmaschinen“ sind, die gesellschaftspolitische Transformationen – sei es in signifikanten Umbauten, sei es in unmerklichen Adaptionen – widerspiegeln. Das Parlamentsgebäude ist im Laufe seines Bestehens schon mehrfach adaptiert und umgebaut worden. Im bislang größten baulichen Eingriff, der nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs im Wiederaufbau 1945–1956 erfolgte, ist es den Architekten Fellerer & Wörle in schlichter und zurückhaltender Architektursprache gelungen, der jungen Zweiten Republik ebenfalls ein glaubwürdiges und angemessenes Bild zu verleihen.

Zeitgemäßer Raum für die Institution Parlament

Die nunmehr aus vielen Gründen erforderliche Sanierung und Erweiterung des Hauses ist Anlass, Form und Inhalt des Parlaments als demokratische Institution im Selbstverständnis der gelebten demokratischen Praxis des 21. Jahrhunderts neu zu befragen und dafür den angemessenen Rahmen zu schaffen.

Der Band ist reich illustriert, was zum Verständnis der architektonischen und bautechnischen Arbeit wesentlich beiträgt. Konzept und Texte stammen von DI Andrea Schenk und Dr.in Gabriele Kaiser. Die Architektur-Fotografien von Hertha Hurnaus sind von besonderer Ästhetik und eröffnen zum Teil gänzlich neue Blicke auf das Gebäude. Pläne, zum Teil ausklappbar, vervollständigen diese wertvolle Dokumentation zum Zwischenstand eines außergewöhnlichen Vorhabens. Die grafische Gestaltung von Christine Klell gibt dem Ganzen einen ausgezeichneten Orientierungsrahmen.

 

DEMOKRATIE BRAUCHT RAUM. Sanierung, Erneuerung und funktionale Optimierung des österreichischen Parlamentsgebäudes. Hrsg. Parlamentsdirektion – Projekt Sanierung Parlament. 108 Seiten, mit zahlreichen Fotografien und Plänen. Edition Ausblick, Wien. ISBN 97-3-903798-67-0

Erhältlich in den Info-Points in den Pavillons auf dem Heldenplatz und vor der Parlamentsbaustelle am Ring sowie im Buchhandel.

 

 

2019-03-19