Wappenadler flog aus dem Parlament aus

Die 650 Kilo schwere Stahlkonstruktion musste wegen Umbaus abmontiert werden und bekommt Schönheitskur.
Nach und nach wird das Innere des Parlaments für die Sanierung abmontiert, nun musste auch der Wappenadler aus dem Nationalratssitzungssaal weichen.
Der 650 Kilogramm schwere Vogel wird in einem Lager in Traiskirchen zwischengelagert. Der Auftrag zur Restaurierung und Reinigung ist laut Auskunft der Parlamentsdirektion noch nicht vergeben. Laut der zuständigen Architektin ist der Adler aber in einem „sehr guten Zustand“, es müsse nicht viel gemacht werden. Somit sollte sich die Renovierung des Adlers bis zum Abschluss der Sanierung des Parlaments im Jahr 2020 problemlos zeitlich ausgehen.
Dass die Sanierung plangemäß bis dahin über die Bühne geht, wird aber ohnehin bezweifelt. An Kosten dürfen per gesetzlicher Deckelung nicht mehr als 352,2 Millionen Euro anfallen.
Im Zuge der Generalsanierung müssen vor den eigentlichen Umbauarbeiten im Nationalratssitzungssaal zunächst denkmalgeschützte Bereiche, Einrichtungsgegenstände oder Dekorationen gesichert oder abgebaut werden. Das Wappentier wurde für Abtransport in seine vier ursprünglichen Teile zerlegt und mittels Kran über den Balkon auf der Schmerlingplatzseite ins Freie gehievt. Nach Abschluss der Sanierung soll der Adler wieder an der Stirnseite des neugestalteten Sitzungssaales hängen.
Eine Übersiedlung in das Ausweichquartier in der Hofburg kam übrigens nicht infrage. Die Stahlskulptur wiegt 650 Kilogramm und hätte nur unter großem technischen und finanziellen Aufwand im Redoutensaal montiert werden können. Dort hängt stattdessen ein Replikat aus Kunststoff und Holz, die silberne Patina ist aufgesprüht.
Das Original ist ein vier mal 2,8 Meter großes Wappentier, das im Zuge des Wiederaufbaus des Hauses nach dem Zweiten Weltkrieg vom akademischen Bildhauer Rudolf Hoflehner entworfen wurde.
Kurier 14.06.2018