Parlamentssanierung: Wiederaufbau NR-Saal gestartet

Foto- und Informationstermin Parlamentsbaustelle 11. März 2019

Wien (PK) Die Arbeiten zur Generalsanierung des Parlamentsgebäudes laufen auf Hochtouren und gleichzeitig auf mehreren Ebenen. Sie reichen von Vorbereitungsmaßnahmen zur Abdeckung des Daches über die Verstärkung der Decke unter der Säulenhalle bis hin zu einer Stahlbeton-Bodenplatte unter dem Bundesversammlungssaal.

In den nächsten vier Wochen stehen im Wesentlichen folgende Arbeiten an:

  • Nationalratssitzungssaal: Deckenschalung über 2. Untergeschoß
  • Bundesversammlungssaal: Stahlbetonarbeiten Bodenplatte und Wände
  • Agora: Vorbereitende Maßnahmen Einbau von Stahlträgern
  • Hauptstiegenhäuser: Stahlbetonarbeiten
  • Abbruch Dachkonstruktion und Stahlbetonarbeiten 

Nationalratssitzungssaal

Im Bereich des Nationalratssitzungssaales ist nach den tief greifenden Abbrucharbeiten der Wiederaufbau in vollem Gange. Zurzeit werden der Boden des neuen Ausschusslokals (Lokal 1) unter dem Saal und das Dach über der Technikzentrale Süd errichtet.

Besucherzentrum

Unter der Säulenhalle wird ein neues, deutlich größeres Besucherzentrum – die Agora – angesiedelt. Dazu müssen Zwischenwände und Einbauten entfernt werden. Derzeit erfolgen statische Vorbereitungsmaßnahmen zu diesen baulich sehr ambitionierten Eingriffen.

Zusätzlich muss die Decke statisch verstärkt werden. Dazu werden tonnenschwere Stahlträger eingebracht.

Dach

Das Dach des Parlamentsgebäudes wird saniert. Zur Vorbereitung müssen im Dachboden die Böden in den kommenden drei bis vier Wochen abgedichtet werden. Danach kann damit begonnen werden, das Außendach Stück für Stück abzutragen.

Patina statt Hochglanz

Parallel zu den Bauarbeiten wird im April die Restaurierung der Oberflächen anlaufen, die gut eineinhalb Jahre dauern werden. Gestartet wird im 1. Obergeschoß, im Bundesversammlungssaal und in Büros. Denkmalpflegerisches Ziel bei der Bearbeitung aller historischen Oberflächen, wie unter anderen Stein und Dekorationsmalereien, sind vorrangig die Reinigung und Konservierung.

Darüber hinaus werden bereits seit letztem Sommer rund 740 Fenster und 500 Türen vor Ort restauriert sowie thermisch und sicherheitstechnisch adaptiert. Alle Restaurierungsarbeiten werden fast ausschließlich von heimischen Klein- und Mittelbetrieben erbracht.

Aus heutiger Sicht erfolgt die Rückübersiedlung im Sommer 2021. Das Projektbudget beträgt rund 350 Mio. Euro.

Zahlen und Fakten Parlamentsgebäude

  • Größe (einschließlich Rampe): Länge 151,68 Meter/Breite 132,72 Meter
  • Grundstücksfläche: 20.142 Quadratmeter
  • 1.600 Räume
  • Größter Raum: Säulenhalle (24×41 Meter, Gesamtfläche fast 1.000 Quadratmeter

Flächengewinn durch Projekt:

  •  10.000m² Steigerung Nutzfläche
  • 3.000m² Steigerung Fläche für Büroarbeitsplätze

Zahlen und Fakten zur Sanierung

  • 55.000 m2 Netto-Geschoßflächen werden saniert
  • 40.000 m2 Böden werden abgebrochen und inkl. Elektroninstallationen neu verlegt
  • 740 Fenster werden thermisch saniert
  • Rund 600 Türen werden saniert, ca. 200 den Brandschutzanforderungen gerecht adaptiert
  • 500 Luster / Leuchten wurden demontiert, gereinigt und wieder montiert  

Chronologie

 2014

  • Juli 2014: Einstimmige Entscheidung im Nationalrat für Sanierungsprojekt
  • August 2014: Bietergemeinschaft Jabornegg & Pálffy_AXIS erhält Zuschlag für Planung

2015-2017

  • Planung
  • Einrichtung Ausweichquartier. Erste Sitzung des Nationalrates im Plenarsaal der Hofburg am 16. August 2017

2018

  • Erstes Jahr auf der Baustelle
  • – Bauvorbereitende Maßnahmen (Abtransport der Attikafiguren, Räumung des Gebäudes, etc.)
  • – Erste Baumaßnahmen (Einrichtung der Baustelle, Beginn der Demontagen)
  • – Juni: Demontage Wappenadler
  • Sommer 2018: Öffnung des Daches
  • Abbrucharbeiten im ganzen Gebäude

2019-03-11

 

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Mag. Ernst Eichinger, MBA, MRICS
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