Generalsanierung des Parlaments geht in den Endspurt

Foto- und Informationstermin Parlamentsbaustelle 23. August 2021

Die Generalsanierung des Parlaments in Wien geht in den Endspurt. Bis Sommer 2022 wird das historische Gebäude am Ring umgebaut und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Bis auf Kleinstvergaben sind alle Leistungen vergeben und beauftragt. Im Durchschnitt sind derzeit zwischen 380 bis 440 Personen auf der Baustelle beschäftigt. In Spitzenzeiten sind es bis zu 550. Die Kosten liegen weiterhin in dem im Herbst 2020 aufgrund von COVID-19 und der nachträglich beschlossenen Zusatzmaßnahmen angepasstem Gesamtkostenrahmen.

Status quo

Die Rohbauarbeiten sind flächendeckend abgeschlossen, der Innenausbau läuft. Während in manchen Teilen des Gebäudes die Ausbauarbeiten mit unterschiedlichen Baufortschritten stattfinden, wird in anderen Bereichen bereits die technische Inbetriebnahme gestartet. So sind die Gerüste in den Prunkräumen bereits größtenteils abgebaut. Seit voriger Woche wacht wieder der Adler über den Nationalratssitzungssaal, die Montage der Abgeordnetenplätze ist gerade im Gange. Ausgebaut wird beispielsweise noch im Dachgeschoß, wo ein neuer, öffentlich zugänglicher Gastronomiebereich entsteht. Auch der Besucherrundgang beim Nationalratssitzungssaal, die Agora oder die Untersuchungsausschusslokale werden derzeit noch ausgebaut – hier werden die Wand- und Deckenverkleidungen montiert. Mancherorts, vor allem in den Gangbereichen, sind die Restauratoren noch am Werk, um der Patina den letzten Schliff zu verpassen. Ende des Jahres soll der Innenausbau weitgehend abgeschlossen sein. Danach läuft die Inbetriebnahmephase samt Probebetrieb.

Patina statt Hochglanz

Während der gesamten Bauarbeiten steht der Denkmalschutz besonders im Fokus. Die Restaurierungsarbeiten der denkmalgeschützten, historisch wertvollen Oberflächen dauern bereits gut eineinhalb Jahre. Grundgedanke bei den denkmalpflegerischen Maßnahmen war die Reinigung und Konservierung. Die historisch wertvollen Oberflächen wurden behandelt und die erhalten gebliebene, historische Möblierung wurde restauriert. So soll die Patina erhalten bleiben, das Gebäude aber in neuem Glanz erstrahlen. Im Zuge der Sanierung wurden besonders die aus zwei Zeitachsen stammenden Oberflächen behandelt: Entstehungszeit unter Theophil Hansen (1874-1883) und Wiederaufbau von rund 80 Prozent der innenräumlichen Substanz durch Fellerer & Wörle 1945 – 1956. Denn zu Kriegsende waren wesentliche Teile des Gebäudes in unterschiedlichen Schweregraden zerstört.
Darüber hinaus wurden rund 740 Fenster und rund 600 Türen vor Ort restauriert sowie thermisch und sicherheitstechnisch adaptiert. 500 Luster wurden demontiert, gereinigt und werden nach der Sanierung wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren. Alle Restaurierungsarbeiten wurden fast ausschließlich von heimischen Klein- und Mittelbetrieben erbracht.

Zahlen und Fakten Parlamentsgebäude

  • Größe (einschließlich Rampe): Länge 151,68 Meter/Breite 132,72 Meter
  • Grundstücksfläche: 20.142 Quadratmeter
  • 1.600 Räume
  • Größter Raum: Säulenhalle (24×41 Meter, Gesamtfläche fast 1.000 Quadratmeter)

Zahlen und Fakten zur Sanierung

  • 55.000 m2 Netto-Geschoßflächen saniert
  • 40.000 m2 Böden abgebrochen und inkl. Technikinstallationen neu verlegt
  • 800 m2 Gastronomiefläche samt ca. 400 m2 Terrassen
  • 900 m2 neues Besucherzentrum im Erdgeschoß
  • 740 Fenster thermisch saniert
  • Rund 600 historische Türen saniert
  • 500 Luster / Leuchten demontiert, gereinigt und wieder montiert
  • Glaskuppel, elektrochromes Glas – Durchmesser 28 m, Fläche ca. 550 m2
  • Gewerke: rund 90 ausführende Gewerke beschäftigt