Denkmalpflege

Patina statt Hochglanz

Die Restaurierungsarbeiten der denkmalgeschützten, historisch wertvollen Oberflächen im Parlamentsgebäude finden parallel zu den Bauarbeiten statt. Vor allem im historischen Sitzungssaal, der Säulenhalle und dem oberen Vestibül, aber auch in zahlreichen anderen Räumlichkeiten, werden denkmalpflegerische Maßnahmen gesetzt. Nicht zuletzt ist die Restaurierung des Metalladlers aus dem Nationalratssitzungssaal, die Instandsetzung der Attikafiguren auf dem Dach und die fachmännische Restaurierung der historischen Beleuchtungskörper wichtiger Bestanteil des Projektes.

Grundgedanke der Denkmalpflege ist die Reinigung und Konservierung. Die historisch wertvollen Oberflächen werden behandelt und die erhalten gebliebene, historische Möblierung wird restauriert. So soll die Patina erhalten bleiben, das Gebäude aber in neuem Glanz erstrahlen.

Im Zuge der Sanierung werden besonders die aus zwei Zeitachsen stammenden Oberflächen behandelt: Entstehungszeit unter Theophil Hansen (1874-1883) und Wiederaufbau von rund 80 Prozent der innenräumlichen Substanz durch Fellerer & Wörle 1945 – 1956. Denn zu Kriegsende waren immerhin etwa 80 Prozent des Gebäudes in unterschiedlichen Schweregraden zerstört.

Das übergeordnete Restaurierungsziel

Alle wertvoll ausgestatteten Bereiche sollen grundsätzlich einer fachmännischen restauratorischen Reinigung unterzogen werden. Darüber hinaus sollen all jene wertvollen Bereiche restauriert werden, in denen ein baulicher Eingriff erfolgt, bauliche Schäden festgestellt oder verursacht worden sind oder schadhafte Stellen in unsachgemäßer Weise ergänzt wurden.

Bundesdenkmalamt Wien

Das Bundesdenkmalamt Wien begleitet die Sanierung des Parlamentsgebäudes von Beginn an und wurde sehr stark in das Projekt eingebunden. Das mehrstufige, denkmalpflegerische Konzept wurde in enger Kooperation erarbeitet, begleitet und freigegeben.

  • Stufe 1 – prioritäre baulich-denkmalpflegerische Vor-Untersuchungen
  • Stufe 2 – baulich-denkmalpflegerische Untersuchungen: (Feststellen der Oberflächen-Beschaffenheit, des Bestandes, und seines baulichen Zustands und Alters, das Erheben von    Schadensbildern und des Schadensausmaßes, das Erstellen eines Berichts samt ergänzender materialwissenschaftlicher Untersuchungen)
  • Stufe 3 – Konzipierung und Herstellung von Muster- und Referenzflächen
  • Stufe 4 – Erstellung der Ausschreibungen durch den Generalplaner

Materialgruppen der denkmalpflegerischen hochwertigen Oberflächen im Inneren

  • Stein
  • Stuccolustro und Stuckmarmor
  • Dekorationsmalerei
  • Marouflagen
  • Holz
  • Metall