Abbruch der Journalistenstiegen im Nationalratssaal

Foto- und Informationstermin Parlamentsbaustelle 14. Oktober 2019

Baustelle im Plan

Die im vergangenen Jahr gestartete Generalsanierung des Parlaments in Wien läuft plangemäß. Bis Sommer 2021 wird das historische Gebäude am Ring umgebaut und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Derzeit sind ca. 90 Prozent der Vergabeverfahren abgewickelt. Insgesamt sind rund 80 Prozent der Aufträge bereits vergeben. Die Generalsanierung ist mit einer Kostenobergrenze von 352,2 Millionen gedeckelt.

Status quo

In den nächsten Tagen ist höchste Sorgfalt geboten: Zwei Drittel der gemauerten Pfeiler und Bögen unterhalb der Säulenhalle werden nun abgebrochen und die Last der darüber liegenden Säulenhalle durch eine Stahlkonstruktion abgesichert. Eine bautechnische Herausforderung, sowohl für die Planer als auch für die Ausführenden. Sie müssen den stützenden Stahl in ein bereits bestehendes Gebäude einbringen. Die darüber liegende, denkmalgeschützte Säulenhalle darf dabei nicht beeinträchtigt werden. Ihr Boden wird durch ein spezielles Monitoringsystem überwacht, um die kleinste Bewegung zu registrieren. Für die Arbeiten unterhalb der Säulenhalle gibt es wenig Platz. Sie müssen daher oft händisch durchgeführt werden.

Ebenfalls im Fokus der kommenden Wochen stehen die Arbeiten für das zukünftige Dachrestaurant. Im Nationalratssitzungssaal erfolgt bereits der Abbruch der Journalistenstiegen.

Nächste Schritte

  • Entfernung der Stützen unterhalb der Säulenhalle
  • Herstellung des neuen Dachaufbaus im gesamten Gebäude
  • Abbruch der Journalistenstiegen im NR-Saal
  • Stahlbetonarbeiten für die Haupttreppen

Derzeit sind rund 240 Menschen auf der Baustelle beschäftigt. In Spitzenzeiten werden es über 550 sein.

Patina statt Hochglanz

Während der gesamten Bauarbeiten steht der Denkmalschutz besonders im Fokus. Die Restaurierungsarbeiten der denkmalgeschützten, historisch wertvollen Oberflächen werden gut eineinhalb Jahre dauern. Grundgedanke bei den denkmalpflegerischen Maßnahmen ist die Reinigung und Konservierung. Die historisch wertvollen Oberflächen werden behandelt und die erhalten gebliebene, historische Möblierung wird restauriert. So soll die Patina erhalten bleiben, das Gebäude aber in neuem Glanz erstrahlen. Im Zuge der Sanierung werden besonders die aus zwei Zeitachsen stammenden Oberflächen behandelt: Entstehungszeit unter Theophil Hansen (1874-1883) und Wiederaufbau von rund 80 Prozent der innenräumlichen Substanz durch Fellerer & Wörle 1945 – 1956. Denn zu Kriegsende waren immerhin etwa 80 Prozent des Gebäudes in unterschiedlichen Schweregraden zerstört.

Darüber hinaus werden bereits seit letztem Sommer rund 740 Fenster und rund 600 Türen vor Ort restauriert sowie thermisch und sicherheitstechnisch adaptiert. 500 Luster wurden demontiert, gereinigt und werden nach der Sanierung wieder an ihren angestammten Platz zurückkehren. Alle Restaurierungsarbeiten werden fast ausschließlich von heimischen Klein- und Mittelbetrieben erbracht.

 Zahlen und Fakten Parlamentsgebäude

  • Größe (einschließlich Rampe): Länge 151,68 Meter/Breite 132,72 Meter
  • Grundstücksfläche: 20.142 Quadratmeter
  • 1.600 Räume
  • Größter Raum: Säulenhalle (24×41 Meter, Gesamtfläche fast 1.000 Quadratmeter)

Flächengewinn durch Projekt:

  •  10.000m² Steigerung Nutzfläche

 Zahlen und Fakten zur Sanierung

  • 55.000 m2 Netto-Geschoßflächen werden saniert
  • 40.000 m2 Böden werden abgebrochen und inkl. Elektroninstallationen neu verlegt
  • 740 Fenster werden thermisch saniert
  • Rund 600 Türen werden saniert, ca. 200 den Brandschutzanforderungen gerecht adaptiert
  • 500 Luster / Leuchten wurden demontiert, gereinigt und wieder montiert
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Chronologie

2014

  • Juli 2014: Einstimmige Entscheidung im Nationalrat für Sanierungsprojekt
  • August 2014: Bietergemeinschaft Jabornegg & Pálffy_AXIS erhält Zuschlag für Planung

2015-2017

  • Planung
  • Einrichtung Ausweichquartier. Erste Sitzung des Nationalrates im Plenarsaal der Hofburg am 16. August 2017

2018

  • Erstes Jahr auf der Baustelle
  • Bauvorbereitende Maßnahmen (Abtransport der Attikafiguren, Räumung des Gebäudes, etc.)
  • Erste Baumaßnahmen (Einrichtung der Baustelle, Beginn der Demontagen)
  • Juni: Demontage Wappenadler
  • Sommer 2018: Öffnung des Daches
  • Abbrucharbeiten im ganzen Gebäude
  • Herbst 2018: Beginn der Rohbaumaßnahmen durch Baumeister

2019

  • Beginn der Dachsanierungsarbeiten
  • Juni 2019: Fertigstellung Rohbau unter Bundesversammlungssaal
  • Sommer 2019: Beginn der ersten Innenausbauarbeiten 

 

Rückfragehinweis:
Mag. Laura Holzer
+43 664 80745 – 4933
laura.holzer@big.at
BIG Presse