Projektbeschreibung

Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Parlamentsgebäude an der Wiener Ringstraße, geplant von Architekt Theophil von Hansen, muss dringend saniert werden. Grobe Mängel bestehen in bau- und sicherheitstechnischer wie in funktioneller Hinsicht.

Im Jänner 2014 wurde die Grundsatzentscheidung zur dringend notwendigen Sanierung des Parlamentsgebäudes getroffen. Basis dafür war eine Gegenüberstellung aller Entscheidungsalternativen sowie eine Kostenaufstellung, die auf einer unabhängigen Überprüfung der Kostenschätzungen des im Jahr 2011 erstellten Gesamtkonzepts beruht.

Die laufend ergänzten Gutachten zum Zustand des Parlaments ergaben gravierende Mängel: in puncto Brandschutz, Evakuierungsmöglichkeiten, Barrierefreiheit, Gebäudestandfestigkeit, Haustechnik, bei den Glasdächern, der Dachkonstruktion und letztlich ist die technische Lebensdauer zahlreicher der im Parlamentsgebäude verwendeten Materialien weit überschritten.

In einem zweistufigen, europaweit ausgeschriebenen Verhandlungsverfahren wurde im Sommer 2014 die Bietergemeinschaft Jabornegg & Pálffy_AXIS im Herbst 2014 mit den Generalplanerleistungen beauftragt.  Seitdem laufen die Planungsarbeiten auf Hochtouren, die Bauarbeiten sollen im Sommer 2017 begonnen werden und bis Sommer 2020 abgeschlossen sein.

Jahrhundertprojekt Generalsanierung

Die nachhaltige Sanierung des Parlamentsgebäudes kann als „Jahrhundertprojekt“ bezeichnet werden. Laut Terminplan sollen die Bauarbeiten im Sommer 2017 beginnen und drei Jahre dauern.

De facto handelt es sich um zwei überaus komplexe Projekte, die parallel vorzubereiten sind und alle Beteiligten vor enorme Herausforderung stellen.

  • Das 130 Jahre alte Haus soll von Grund auf saniert und zugleich auf Jahrzehnte hinaus zukunftsfit gemacht werden.
  • Zugleich muss der Betrieb während der Sanierungsarbeiten aus dem Parlamentsgebäude komplett abgesiedelt werden. Das Parlament wird während dieser drei Jahre in der Hofburg tagen.

Finanzierung gesichert

Auf Basis des Parlamentsgebäudesanierungsgesetzes (einstimmiger Beschluss durch den Nationalrat im Juli 2014) wurde die Finanzierung des Projekts im Bundesfinanzrahmen 2016-2019 sichergestellt. Der Finanzrahmen wurde vom Nationalrat am 20. Mai 2015 ebenfalls einstimmig beschlossen.

Planungen im Zeitplan

Im August 2014 wurde nach einem europaweiten Auswahlverfahren die Bietergemeinschaft Jabornegg & Pálffy_AXIS als Generalplaner bestellt. In der Folge wurde auf Basis des Siegerprojekts ein vertiefter Vorentwurf erarbeitet und mit allen wichtigen Gruppen im Haus abgestimmt. Dieser Vorentwurf wurde im Herbst 2015 freigegeben und ist Grundlage für die nächsten Schritte (Entwurfsplanung und Baugesuch).

Projektgesellschaft gegründet

Das Sanierungsprojekt und die Planungen zur Interimslokation samt Übersiedelung werden von einer Gesellschaft, bestehend aus Parlament und BIG, umgesetzt werden. Diese Partnerschaft stellt eine Premiere dar: Zum ersten Mal geht des Parlament eine derartige Kooperation ein.

Ausweichquartier fixiert

Während der dreijährigen Sanierungsphase (Sommer 2017-Sommer 2020) werden Nationalrat und Bundesrat in der Hofburg tagen. Dazu wurde mit der Burghauptmannschaft eine Grundsatzvereinbarung abgeschlossen.

Außerdem werden auf dem Heldenplatz und im Bibliothekshof insgesamt drei temporäre Pavillons (Büros und Ausschusslokale) errichtet. Die Ausschreibung dazu wurde im August 2015 gestartet.

Kostenlimit gesetzlich festgelegt

In dem von Nationalrat und Bundesrat einstimmig beschlossenen Parlamentsgebäudesanierungsgesetz sind Kostenobergrenzen für die Sanierung (352,2 Mio. €) und für die Interimslokation/Übersiedelung (51,4 Mio. €) festgelegt.

Weitere Informationen auf der Parlamentswebsite