Entwurf für die Sanierung des Parlaments genehmigt

Das 130 Jahre alte Haus am Ring wird “größer”, es bekommt rund 4500 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche

Wien. Der Umbau des historischen Parlamentsgebäudes rückt näher. Der Entwurf zur Sanierung ist genehmigt, berichtete Nationalratspräsidentin Doris Bures (SP) bei einer Pressekonferenz am Montag im Dachgeschoß des Hohen Hauses. Der Ausbau dieser Fläche ist ein Schwerpunkt des Projekts.

Das Vorhaben läuft gemäß Budgetplan. Die Kostenobergrenze für die Sanierung wurde 2014 mit einstimmigem Gesetzesbeschluss mit 352,2 Millionen Euro festgelegt.

Das 130 Jahre alte Haus am Ring bekommt zwar keinen Anbau, wird aber “größer”; es werden rund 4500 Quadratmeter an zusätzlicher Nutzfläche geschaffen. “Dem Ausbau des Dachgeschoßes kommt eine besondere Bedeutung zu”, sagte Architekt Andras Palffy.

So werden der Dachstuhl und die Zwischendecke über dem Nationalratssitzungssaal entfernt und ein Glasdach eingezogen. Dadurch entsteht ein Gästepanorama, in dem Besucher Sitzungen im Plenarsaal beobachten können. Über dem Mitteltrakt des Gebäudes wird es einen neuen Gastro-Bereich geben, auf der neuen Dachlandschaft vier Terrassen mit einer Gesamtfläche von rund 400 Quadratmetern.

Eine Herausforderung ist die Übersiedlung von 700 Arbeitsplätzen. Baustart für drei temporäre Pavillons auf dem Heldenplatz und im Bibliothekshof der Hofburg ist Anfang Oktober. Die Übergabe ist für April 2017 vorgesehen.

Laut Bures ist eine Nachnutzung dieser Pavillons an anderer Stelle möglich. “So könnten aus den drei Pavillons neun Kindergärten oder 80 Einfamilienhäuser entstehen”, sagte die Nationalratspräsidentin.

Die Absiedelung der derzeitigen Arbeitsplätze im Parlament soll in der tagungsfreien Zeit im Sommer 2017 erfolgen. Dabei werden auch die Archive entrümpelt.

Es wird auch über die Schaffung eines elektronischen Abstimmungsverfahrens diskutiert; Entscheidung gibt es noch keine.

”Oberösterreichische Nachrichten” vom 14.06.2016