Architektur und Geschichte

Entwurfskizze Parlament neu

Skizze eines Entwurfs von Theophil Hansen aus dem Jahr 1871 für das neu zu erbauende Parlamentsgebäude in Wien. © Parlamentsdirektion

 

 

Wie viele andere Prachtbauten entstand auch das Parlamentsgebäude an einer Stelle, an welcher sich zuvor militärische Einrichtungen befunden hatten: Der alte Paradeplatz musste dem Haus für die Volksvertretung weichen. Ursprünglich war geplant, sowohl für das Abgeordnetenhaus als auch für das Herrenhaus des Reichsrates jeweils ein Gebäude zu errichten. Letztendlich entschied man sich jedoch aus Kostengründen für ein einziges Bauwerk.

Nachdem viele Pläne bekannter Architekten geprüft worden waren, erhielt Theophil Hansen 1869 den Auftrag für den Bau des Parlaments. Der 1813 in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen geborene Architekt betrachtete das Parlament als sein Lebenswerk. Das Wissen über den griechischen und hellenistischen Baustil verdankt er seinem langjährigen Aufenthalt in Athen sowie seinen zahlreichen Studienreisen. Er wirkte unter anderem an Ausgrabungen und diversen Rekonstruktionen auf der Akropolis in Athen mit, war aber unter anderem auch Architekt des Wiener Musikvereins und der Akademie der bildenden Künste.

Entwurfskizze Saal neu

Entwurf von Theophil Hansen für den Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses (Querschnitt). © Parlamentsdirektion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Parlament sieht aus wie ein antiker griechischer Tempel. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall: Der Architekt Theophil Hansen wählte den Baustil bewusst, gilt Griechenland doch als Wiege der Demokratie. Allen Elementen des Hauses – von der Türklinke bis zur Pallas Athene vor dem Parlament – gab Hansen in seiner Planung eine Bedeutung.

Symbolhafte Bedeutung hat auch die Verwendung von Materialien aus fast allen Kronländern der Monarchie, die das Zusammenwirken aller Kräfte im Reichsrat versinnbildlichen soll.

Autarkie in den Versorgungseinrichtungen, modernste Technik, ein bis ins kleinste Detail durchdachtes monumentales Bauwerk, bei dem Architektur, Bildende Kunst, Malerei und Handwerk ein harmonisches Ganzes bilden, darin besteht die Leistung des Architekten des Reichsratsgebäudes.

Kriegsschäden 1 neu

Aufräumungs- und Wiederaufbauarbeiten im Sitzungssaal des Nationalrates nach dem Zweiten Weltkrieg. © Parlamentsdirektion

Kriegsschäden 2 neu

Der Sitzungssaal des Nationalrates und weite Bereiche des Hauses wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer schwer beschädigt. © Parlamentsdirektion

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie viele andere Gebäude in Wien wurde auch das Parlament im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer schwer beschädigt. Es waren kostenaufwendige Reparaturarbeiten notwendig:

So wurden die Säulenhalle restauriert und der Sitzungssaal des Nationalrates völlig neu ausgebaut.

Mehr Informationen: https://www.parlament.gv.at/GEBF/ARGE/Baugeschichte/index.shtml